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Definition Altersvorsorge – Was verbirgt sich genau hinter dem Begriff?

Definition Altersvorsorge

Definition Altersvorsorge - Was steckt eigentlich dahinter?

Der Begriff Altersvorsorge oder auch Vorsorge / „Vorsorge für Später“ oder sogar „Rente“ wird an vielen Stellen verwendet ohne, dass oftmals genau klar ist, was damit eigentlich genau gemeint ist.

Eine einheitliche Definition des Begriffs gibt es, in juristischem Sinne nicht, daher kann der Begriff ganz unterschiedlich verstanden / verwendet werden. 

Ich halte die Definition, wie sie bei Wikipedia steht (24.11.2021) aber für recht informativ. Dort steht:

In der Bundesrepublik Deutschland umfasst der Begriff Altersvorsorge die Gesamtheit aller Maßnahmen, die der Einzelne während seines Lebens trifft, um im Alter, regelmäßig nach dem Ende seiner Erwerbstätigkeit, seinen Lebensunterhalt – gegebenenfalls ohne Einschränkungen seines Lebensstandards – bestreiten zu können. Der Altersvorsorge dienen vornehmlich Leistungen aus der deutschen Rentenversicherung, gegebenenfalls einem Versorgungswerk, der betrieblichen Altersversorgung, der privaten Lebens- und Rentenversorgung, weiterhin Kapitalerträgen aus Sachbesitz und der selbst bewohnten Immobilie. Arbeitslebensbegleitend dienen – insbesondere zum Schutz des Familienverbandes – dazu auch Versorgungen zur Absicherung des Ausfalls des Eigenerwerbs und für den Fall des Wegfalls des Versorgers selbst.

[Wikipedia]

In meinen Augen beinhaltet diese Begriffs – Definition Altersvorsorge bereits viele Aspekte, die dir vermutlich nicht so bewusst sind.

Wenn du ganz Vorne mit dem Lesen beginnst steht dort:

[…]die Gesamtheit aller Maßnahmen, die der Einzelne während seines Lebens trifft, um im Alter, regelmäßig nach dem Ende seiner Erwerbstätigkeit, seinen Lebensunterhalt – gegebenenfalls ohne Einschränkungen seines Lebensstandards – bestreiten zu können.

Anders gesagt: Alles was du bis zur Rente unternimmst, um während deiner Rente genug Geld zu haben. 

Welche Aktivitäten du dafür machen kannst / solltest wird hier nicht erwähnt. Diese Definition umfasst also erstmal nur verschiedene Aktivitäten, ohne diese konkret zu benennen. Erst als zusätzliche Erläuterungen werden häufige Bestandteile genannt:

Diese sind:

  • vornehmlich Leistungen aus der deutschen Rentenversicherung / ggf. einem Versorgungswerk
  • betriebliche Altersversorgung
  • private Lebens- und Rentenversorgung
  • Kapitalerträgen aus Sachbesitz
  • die selbst bewohnte Immobilie
 
An dieser Stelle wird schon deutlich, dass die Altersvorsorge als eine Art Portfolio betrachtet werden kann, das aus ganz verschiedenen Elementen besteht oder bestehen kann. Die (gesetzliche) Rente ist dabei nur ein Teil.

 

Halten wir erstmal fest, dass die Altersvorsorge:

  • die Maßnahmen umfasst, die einen späteren Lebensunterhalt sichern
  • aus vielen Teilkomponenten bestehen kann
  • zu einem Teil aus der gesetzlichen Rente besteht aber nicht gilt Altersvorsorge = gesetzliche Rente
 
Immer wenn du das Wort Altersvorsorge hörst, ist es also wichtig, dass du nicht nur an die gesetzliche Rente denkst, sondern an ganz viele Aspekte, die dein Auskommen im Alter sichern.

Potenzielle Bestandteile der Altersvorsorge

Wie oben schon beschrieben, verbirgt sich hinter dem Begriff „Altersvorsorge“ viel mehr als nur ein Aspekt. Vielmehr ist dahinter eher ein Portfolio an verschiedenen Bausteinen zu sehen. Dabei gilt natürlich nicht blind: je mehr desto besser. Vielmehr solltest du für dich herausfinden wie du deine Altersvorsorge, insbesondere unter finanziellen Gesichtspunkten, optimal aufstellst.

Im Folgenden werde ich auf die einzelnen Elemente einmal kurz eingehen. Natürlich reicht das nicht, um den jeweiligen Baustein komplett inhaltlich abzudecken. Allein im Bereich Immobilien gibt es ausreichend Inhalte, um einen eigenen Blog damit zu beginnen. Vielmehr möchte ich, dass du ein Gefühl dafür bekommst worum es bei den einzelnen Elementen geht.

Die gesetzliche Rentenversicherung und Versorgungswerke

Für die meisten Menschen in Deutschland ist dieser Teil wohl ein großer Bestandteil des eigenen Rentenportfolios. In diesen Bereich fallen insbesondere die gesetzliche Rente von „normalen“ Arbeitnehmern, die Pension von Beamten, aber auch die verschiedenen Renten der berufsständischen Versorgungswerke von beispielsweise Ärzten oder Anwälten. 

Diese Leistungen vereint, dass sie sich aus einem Anspruch begründen, der während des Erwerbslebens gegenüber einer dritten Institution, oder dem Staat erworben wird und später meist ein Leben lang gezahlt wird. Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Formen im Detail allerdings werde ich drauf an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Falls du dich allerdings mehr dafür interessierst schaue z.B. hier vorbei:

 
Das Gute an dieser Form der Vorsorge ist, dass diese meistens „automatisch“ passiert, da es eine dritte Instanz gibt, die diesen Bereich organisiert (Gesetzgeber). Oftmals reicht dieser einzelne Baustein für die Vorsorge jedoch nicht aus. Zudem hat er seine Grenzen (Stichwort Beitragsbemessungsgrenze) und gilt auch nicht für alle (Stichwort Selbständige).

Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist auch ein potenzieller Baustein und kann entweder vom Arbeitgeber bezuschusst werden, oder wird teilweise sogar komplett vom Arbeitgeber finanziert. Beide Modelle sind allerdings inhaltlich sehr unterschiedlich. Bei der bAV wird ein Vertrag mit einem Dritten geschlossen und der Arbeitgeber zahlt einen Zuschuss. Bei einer Pensionszusage oder einer rein arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge wird die Altersvorsorge alleinig durch den Arbeitgeber finanziert und ist gänzlich kostenfrei für den Arbeitnehmer. Beide Modelle vereint, dass sie nur in einem Angestelltenverhältnis möglich sind. 

Insbesondere bei der bAV ist es allerdings sehr wichtig genau auszurechnen, ob sich diese Art der Vorsorge auch lohnt. Genau genommen ist die bAV eine Kombination aus einer privaten Vorsorge und einer betrieblichen Altersvorsorge und kann, wenn man es ganz genau nimmt, insbesondere bei Zuschüssen von weniger als 30% durch den Arbeitgeber eher dem Bereich der privaten Lebens- oder Rentenversicherungen zugeordnet werden, da der Arbeitgeber nur einen kleinen und eher passiven Teil übernimmt und das Modell der bAV eher ein gesetzlicher Standard ist, der optional durch den Mitarbeiter genutzt werden kann, aber nur in kleinen Teilen vom Arbeitgeber beeinflusst wird.

Erst bei einer Pensionszusagen, oder einem durch den Arbeitgeber selbst organisierten, individuellen Modell kann von einer echten betrieblichen Altersvorsorge gesprochen werden. Oftmals entstehen bei dieser Variante auch keine, oder sehr geringe Kosten für den Arbeitnehmer.

Weitere Informationen zur bAV findest du beispielsweise hier:

Link zu Finanztip

Private Lebens- oder Rentenversicherungen

Leider denken viele Menschen, wenn sie an „die Altersvorsorge“ denken, häufig auch direkt an diesen Teil des Portfolios, nämlich an private Lebens- oder Rentenversicherungen. Diese sind allerdings auch nur eine Option von vielen. Ganz wichtig ist hierbei, dass hier NICHT jede Versicherung sinnvoll ist und auch NICHT jede Versicherung zu jedem passt und auch nicht jede Versicherung finanziell lohnenswert ist. 

Leider gibt es genug Marktteilnehmer / Anbieter, die hier mit schlechten Produkten Geld verdienen wollen und damit die Altersvorsorge der Kunden aufs Spiel setzen. In diesen Fällen hat der Kunde am Ende seines Vorsorgevertrages im Rentenalter weniger Geld als er über die Laufzeit eingezahlt hat und riskiert so große finanzielle Einbußen. 

Falls du für dich entscheidest, diesen Baustein in deine Altersvorsorge aufzunehmen empfehle ich dir, dich selbst mit den Produkten auseinander zu setzen und dich insbesondere sehr genau mit der Auswahl eines Beraters zu befassen, da dies für den Erfolg dieses Bausteins entscheidend ist. Falls du dazu mehr lesen willst, schaue gern bei meiner Serie dazu vorbei:

https://moneyventure.de/finanzen-selbst-machen-oder-beratung/

Auch meinen Beitrag über die verschiedenen Produkte kann ich dir ans Herz legen (folgt). Alternativ dazu kannst du natürlich auch z.B. hier dich weiter Informieren:

Kapitalerträge (aus Sachbesitz)

Der Bereich Kapitalerträge ist sehr Umfangreich und daher werde ich ihn für dich auch nochmal unterteilen.

Kapitalerträge aus Kapitalanlagen

Wie du vermutlich an der ein oder anderen Stelle schonmal gehört hast, kann auch ein Aktiendepot / Fondsdepot / Etf Depot als Altersvorsorge dienen. Dort kannst du entweder mit Dividenden regelmäßige Einnahmen erzielen, oder durch Wertzuwächse und Verkaufe von Anteilen dir Geld auszahlen lassen. Auch der Bereich der Staats- oder Unternehmensanleihen fällt in diesen Bereich, auch wenn sie jetzt gerade kaum Zinsen bringen. Vielleicht fallen in etwas weiterer Zukunft auch Kryptowährungen hierunter, wer weiß das schon. Fakt ist jedoch, dass du dir auch durch Kapitalanlagen dir eine gute Altersvorsorge aufbauen kannst. Wie das genau geht, erfährst du sowohl in meinen Beiträgen, als auch auf vielen weiteren Finanzblogs.

Die Idee ist dabei, dass du in die globale Wirtschaft investiert und du darüber Erträge und Wertzuwächse generierst über die du dein Vermögen aufbaust. Wichtig ist dabei, dass du keine „unnötigen“ und hohen Einzelrisiken eingehst, aber auch nicht gänzlich auf Risiko verzichtest. 

Informationen, wie du dieses Thema angehen kannst, findest du auf meinem Blog und natürlich auch auf anderen Blogs, die auch auf meiner Seite verlinkt sind, oder auch z.B. hier:

Link zu weltsparen.de

Link zu YouTube[Finanzfluss]

Link zur Übersichtsseite [Moneyventure]

Kapitalanlagen aus Immobilien / Grundstücken

Im Bereich der Kapitalanlagen werden Immobilien häufig gesondert behandelt, da sie sich von Anlagen am Kapitalmarkt deutlich unterscheiden. Letztendlich ist es auch möglich mit einem oder mehreren Objekten zur Vermietung / Verpachtung die eigene Altersvorsorge aufzubauen oder zu ergänzen. Hierzu kann beispielsweise das Vermieten von Wohnungen oder Häusern, aber auch die Verpachtung von Land oder das Vermieten von Garagen gehören. 

Da du in diesem Bereich allerdings oftmals mit einem großen Fremdkapitalhebel arbeitest, empfehle ich dir, dich hier tiefer einzuarbeiten, wenn du diesen Baustein als Teil deiner Altersvorsorge siehst. Auch zu diesem Themengebiet gibt es viel Literatur oder anderen Blogs, bei denen du dich informieren und dein Wissen aufbauen kannst. Wichtig ist auch hier: Ein Investment in eine Immobilie muss sich auch finanziell lohnen. Dies ist nicht bei allen Immobilienangeboten der Fall. Daher ist insbesondere auch hier eine genaue Betrachtung der Wirtschaftlichkeit und den verbundenen Risiken notwendig.

Die selbst bewohnte Immobilie

Die selbst bewohnte Immobilie wird oftmals auch als Altersvorsorge bezeichnet. Allerdings ist dies in meinen Augen ein Sonderfall, der auch seine Tücken haben kann. In erster Linie ist eine selbst bewohnte Immobilie kein Vermögenswert, sondern eine Verbindlichkeit, da sie Geld kostet und keine Einnahmen erzeugt (R. Kyosaki). Allerdings bietet sie die Möglichkeit, die Ausgaben im Alter durch die nicht vorhandene Miete und einen getilgten Kredit zu reduzieren und so mehr finanziellen Spielraum zu ermöglichen. Darüber hinaus wird dem Immobilienbesitz auch zu Gute gehalten, dass „später“ das Haus verkauft werden kann, um so Geld für den Lebensunterhalt zu generieren.

Dabei gibt es allerdings Punkte, die beachtet werden sollten:

  • Gegenüber einer Mietwohnung wird nur die Kaltmiete gespart. Nebenkosten sowie Instandhaltung fallen weiter an und benötigen Rückstellung, sofern die Substanz erhalten werden soll. Dies kann insbesondere in der Rentenphase eine große finanzielle Belastung sein.
  • Hausbesitzer wohnen oftmals auf mehr qm und haben dadurch auch höhere Ausgaben als Mieter, insbesondere bei den Nebenkosten.
  • Ein Kredit sollte zum Renteneintritt abgezahlt sein, da der Vorteil der Kostenersparnis sonst deutlich geringer ausfällt.
  • Hausbesitzer schränken sich oftmals lieber finanziell ein, als die liebgewonnene oder selbst erbaute Immobilie zu verkaufen und haben dadurch letztendlich weniger Freiheiten
  • Oftmals wird eine positive Immobilienpreisentwicklung als gegeben angenommen, was in schlechten Lagen nicht zwingend eintreten muss.
  • Eine gesparte Miete reduziert zwar die Ausgaben, erhöht aber nicht die Einnahmen. Eine parallele Altersvorsorge sollte parallel nicht vergessen werden.
 
Link zum Thema Verbindlichkeit:
finatic.de
 

Sonstige Arten der Vorsorge

Neben den oben genannten Bestandteilen der Altersvorsorge gibt es auch noch weitere eher unübliche oder nicht sehr lohnenswerte Bestandteile.

Diese Elemente sind beispielsweise:

Barvermögen: Nicht wenige Personen sparen tatsächlich ihr Vermögen „im Strumpf“ zu Hause oder im Tresor. Neben den Risiken durch Vernichtung oder Diebstahl ist dies auch unter Renditegesichtspunkten nicht lohnenswert, da „Papiergeld“ kontinuierlich entwertet wird.

Gold / Silber / Edelmetalle / Münzen: Zu Vermögenssicherung werden oftmals auch Edelmetalle angeführt. Ein Wertzuwachs ist hier auch über lange Phasen nicht sicher und oftmals wird Gold maximal als Beimischung empfohlen aber niemals als Grundlage der Altersvorsorge. 

Mehr Infos zum Thema Gold findest du beispielsweise hier:


Turnschuhe / Gemälde / Autos / Weine / Uhren etc.:
Neben den verbreiteten Anlageformen gibt es auch eine Vielzahl an alternativen Produkten, die eigentlich in den Bereich der Konsumgüter fallen, aber aufgrund ihrer Nachfrage / Seltenheit Wertzuwächse haben. Hieraus eine sichere Altersvorsorge zu bauen gestaltet sich allerdings oftmals als schwierig. Daher sind diese Arten der Geldanlage oftmals ein Einkommen on Top und nicht die Basis der Altersvorsorge.

Fazit

Nun solltest du Wissen, dass hinter dem Thema Altersvorsorge mehr als „nur“ die gesetzliche Rente oder Versicherungsverträge steckt. Du kennst nun die wesentlichen Bestandteile eines Altersvorsorge-Portfolios und kannst für dich / mit einem Berater die für die passenden Elemente auswählen.

Folge der Serie

Falls du noch mehr zum Thema Altersvorsorge allgemein erfahren willst, folge meiner Serie: (Link folgt)

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